Frisch produziert in Berlin, bringt Paul Kalkbrenner mit „Ninety‑Two“ einen neuen Track an den Start – veröffentlicht wurde er am 24. Juli 2025 über B1 Recordings (Sony Music).
Der begleitende Visualizer transportiert das Gefühl vergangener Clubnächte: reduzierte Ästhetik, dunkles Setting und ein pulsierender Sound, der an die frühen Technojahre in der Hauptstadt erinnert – rau, direkt und voller Energie.
Warum „Ninety‑Two“ jetzt wichtig ist
Mit „Ninety‑Two“ knüpft Paul Kalkbrenner nicht nur musikalisch, sondern auch thematisch an seine frühen Cluberfahrungen an. Der Track atmet den rauen Charme der Techno-Szene Anfang der 1990er – genau jener Ära, die ihn einst prägte. Schon in „Berlin Calling“ wurde diese Atmosphäre eindrucksvoll inszeniert, nun kehrt Kalkbrenner klanglich dorthin zurück. Die Wahl des Titels wirkt dabei wie ein bewusstes Statement: Es geht zurück zu den Wurzeln, zu einem Sound, der roh, direkt und frei von überladener Produktion ist. Der Track spielt mit typischen Elementen dieser Zeit – verzerrte Basslines, trockene Kicks, und eine stoisch treibende Struktur, die keine Ausflüchte duldet.
Musikalisch fällt auf: Das Tempo ist höher als in vielen seiner bekannten Produktionen. Mit rund 130 BPM bewegt sich „Ninety‑Two“ deutlich näher am klassischen Rave-Tempo – perfekt zugeschnitten auf Sets, die in den späten Abendstunden ihren Höhepunkt suchen. Der Track fordert Platz auf der Tanzfläche, ohne sich aufzudrängen. Kein Break, der zum Verschnaufen einlädt, keine Hook, die anbiedert – stattdessen eine klare Linie, die durchzieht.
Zudem markiert dieser Release einen ersten Einblick in Kalkbrenners kommendes Albumprojekt. „Ninety‑Two“ wirkt dabei wie ein Türöffner: stilistisch reduziert, inhaltlich aber mit viel Unterstrom. Wer Paul Kalkbrenner bisherigen Weg verfolgt hat, spürt hier eine gewisse Rückbesinnung – ohne Nostalgie, aber mit Haltung. Ein Track, der Vergangenheit nicht zitiert, sondern weiterdenkt.
Was kommt danach
Was nach „Ninety‑Two“ folgt, ist noch nicht offiziell angekündigt, doch erste Hinweise deuten auf eine konsequente Fortsetzung dieses Sounds. Einer der kommenden Tracks trägt den Titel „Wonderful Life“ und soll eine atmosphärischere Seite zeigen – mit fließenden Synthflächen und reduziertem Arrangement. Besonders spannend: Eine gemeinsame Produktion mit Stromae ist ebenfalls in Vorbereitung. Der Titel wurde noch nicht verraten, doch die Kombination aus Kalkbrenners hypnotischer Techno-Struktur und Stromaes eigenwilligem Popverständnis verspricht ein ungewöhnliches, stilübergreifendes Projekt.
Paul Kalkbrenner, einer der Top-DJs der Welt, scheint aktuell gezielt an einem Album zu arbeiten, das stilistisch an die kompromisslose Energie der frühen Technoszene anschließt. In Interviews ließ er durchblicken, dass mehrere Tracks bereits fertig produziert sind – teils inspiriert von alten Tapes, teils neu komponiert mit analogen Setups. Wer „Ninety‑Two“ gehört hat, kann mit weiteren treibenden, schnörkellosen Clubstücken rechnen, die sich deutlich von seinen melodiöseren Werken der letzten Jahre abheben.
Fazit zu „Ninety-Two“ von Paul Kalkbrenner
„Ninety‑Two“ ist nicht nur ein neuer Track sondern eine kleine Zeitreise in Kalkbrenners musikalische Wurzeln. Mit seinem nostalgisch‑elektronischen Flair reiht er sich nahtlos ein in das Back to the Future‑Projekt: technoide Vergangenheit trifft auf Gegenwart. Der Track ist digital erhältlich und dürfte in vielen Clubsets schnell seinen festen Platz finden.