
Minerva Hase und Nikita Volodin reisen als eine der großen Medaillenhoffnungen der Olympischen Winterspiele 2026 nach Milano Cortina – und sie liefern früh ein starkes Statement ab: Mit einem nahezu perfekten Kurzprogramm setzen sie sich an die Spitze des Paares-Wettbewerbs und untermauern ihren Anspruch, olympische Geschichte für den deutschen Eiskunstlauf zu schreiben.
Der Weg nach Milano Cortina
Minerva Fabienne Hase und Nikita Volodin haben sich in wenigen Jahren vom neuen Duo zur prägenden Paarlauf-Konkurrenz in Europa und der Welt entwickelt. Seit ihrem Zusammenschluss 2022 feiern sie einen kometenhaften Aufstieg mit EM-Titeln (u. a. Gold 2025), Grand-Prix-Siegen sowie WM-Medaillen und treten als EM-Titelträger 2025 in die Olympiasaison 2025/26 an. Die Europameisterschaften 2026 in Sheffield bezeichnen sie offen als „Generalprobe“ für die Spiele – dort testen sie Programme, Nervenstärke und Abläufe unter maximalem Druck, den sie bewusst als Antrieb nutzen. „Wir sind Menschen, die diesen Druck ein wenig brauchen, um den nächsten Schritt zu machen“, erklärt Hase vor dem Saisonhöhepunkt.
Ihre sportliche Identität haben sie zuletzt sichtbar geschärft: Weg vom rein klassischen Stil hin zu mehr Charakter, Energie und „Sass“, ohne die technische Präzision zu verlieren. Volodin beschreibt ihr gemeinsames Ziel so, dass ein olympisches Programm „wirklich etwas Besonderes“ sein müsse, an das sich Menschen noch Jahre später erinnern.
Das Kurzprogramm bei Olympia 2026
Im Paarlauf-Kurzprogramm der Spiele von Milano Cortina gelingt Hase/Volodin der erste große Coup. Sie zeigen ein kontrolliertes, aber ausdrucksstarkes Programm zu „El Abrazo“ von Maxime Rodriguez und erhalten mit 80,01 Punkten eine neue persönliche Bestleistung – deutlich vor der Konkurrenz. Der Einstieg mit einem kraftvollen dreifachen Twist, sichere side-by-side Dreifach-Salchows und ein dynamischer Wurfsprung bilden das technische Gerüst dieser Leistung. Während andere Favoriten patzen, bleiben die Deutschen fehlerfrei und sichern sich eine komfortable Führung vor dem Kürprogramm.
Die Ausgangslage vor der Entscheidung ist klar: Hinter Hase/Volodin lauern unter anderem Anastasiia Metelkina/Luka Berulava und das japanische Spitzenduo Riku Miura/Ryuichi Kihara, doch der Vorsprung der Deutschen verschafft ihnen ein psychologisches Plus. Kommentatoren sprechen von einem „kommandierenden“ Auftakt, der dem Wettbewerb eine neue Dramaturgie verpasst.
Minerva Hase und Nikita Volodin holen Bronze bei Olympia 2026
Nach einer dominanten Führung im Kurzprogramm und einem Vorsprung von rund fünf Punkten starteten Minerva Hase und Nikita Volodin in die Kür des Paarlauf-Wettbewerbs bei den Olympischen Winterspielen 2026 als klare Favoriten. Trotz hoher Erwartungen und einer aufwendigen Kürmusik, bei der im Vorfeld auch Fragen zu den Musikrechten geklärt werden mussten, lief ihre Kür jedoch nicht fehlerfrei: Schwächen bei Sprungelementen führten zu Abzügen, die sie auf 139,08 Punkte (Platz 4 in der Kür) drückten.
Insgesamt kamen sie auf 219,09 Punkte und sicherten sich damit die Bronzemedaille hinter dem Gold der Japaner Miura/Kihara (231,24) und dem Silber der Georgier Metelkina/Berulava (221,75).
Mentalität, Teamdynamik und Erwartungen
Der sportliche Erfolg des Berliner Duos gründet nicht nur auf Technik, sondern auf einer besonderen inneren Haltung. Hase beschreibt Volodin als mental extrem stark: Im Wettkampf sei er „wie ein Fels“, der von äußeren Umständen kaum zu beeindrucken ist. Umgekehrt lobt Volodin ihre Professionalität und ihren Kampfgeist und nennt sie scherzhaft „meine deutsche Mama“, weil sie ihm nicht nur auf dem Eis, sondern auch im Alltag in Berlin den Rücken stärkt. Diese Mischung aus Vertrauen, Humor und harter Arbeit prägt ihre Vorbereitung auf das wohl wichtigste Turnier ihrer Karriere.
Mit jeder gelungenen Darbietung steigt in Deutschland die Hoffnung auf die erste große Paarlauf-Sensation seit vielen Jahren. Hase und Volodin wissen um diese Erwartungen, doch sie versuchen, den Fokus auf das Wesentliche zu legen. Ihre Worte und Leistungen deuten darauf hin, dass sie bei den Olympischen Spielen 2026 nicht nur um Medaillen kämpfen, sondern auch darum, ein dauerhaftes Zeichen im internationalen Paarlauf zu setzen.